Warum ist ein Maklerauftrag notwendig?

Heute mal etwas zum Thema Versicherungsmakler und zu seinem Primärwerkzeug ein Maklerauftrag.

Was ist ein Versicherungsmakler?

Ein Versicherungsmakler ist ein Fachmann in seinem Gebiet und ein treuhänderischer Sachverwalter seines Kunden/Mandanten. Er kümmert sich um die belangen rund um den benötigten bzw. gewünschten Versicherungsschutz. Ist ein selbständiger Kaufmann und erbringt seine Dienstleistung vergleichbarer Standesberufe wie Steuerberater, Rechtsanwälte, Ärzte oder Architekten.

Der Versicherungsmakler hat ein umfangreiches Wissen, zu Produktpartner, zu Produkte am Markt, hat Werkzeuge und Programme um Ihnen das aus seiner Sicht bestmögliche zu vermitteln.

Neben dem Kundenwunsch welche Absicherung es sein soll, ist ein Primärwerkzeug ein Maklerauftrag.

Der Maklerauftrag beinhaltet, u.a. eine Maklervollmacht, eine Datenschutzeinwilligungserklärung, Schweigepflichtentbindung und eine Vergütungsvereinbarung für Vermittlung, Beratungs- Betreuungsleistungen.

Im einzelnen regelt der Maklerauftrag das Verhältnis (gegenseitige Rechte und Pflichten) zwischen „Versicherungsmakler und Mandant“.

Was ist eine Maklervollmacht?

Eine Maklervollmacht bevollmächtigt den Versicherungsmakler nach „außen“ hin, gegenüber den Versicherern und deren Vertreter für den Kunden Willenserklärungen abzugeben und für diesen tätig zu werden.

Heißt im Klartext?

Wenn der Versicherungsmakler mit der Vollmacht der Versicherung (oder deren Vertretern) etwas mitteilt, gilt es als wenn der Mandant dies selbst getan hätte. Die Versicherer und die meistens vorgeschalteten Vertreter sollten diese akzeptieren.

Wie weit reicht die Vollmacht?

Das ist unterschiedlich und abhängig vom Umfang. Manche Vollmachten beinhalten nur die Abgabe von Erklärungen zu Verträgen, manche auch den Abschluss und Kündigung von Verträgen für den Mandanten.

Sollte man die Vollmacht wirklich unterzeichnen?

Eine Vollmacht erleichtert dem Versicherungsmakler und Dich, wie auch dem Anwalt und dem Steuerberater die tägliche Arbeit ganz enorm, da nicht jedes Schreiben an die Versicherer, jede Kündigung, jeder Kontowechsel usw. aufs neue vom Mandanten unterschrieben werden muss. Es entlastet die gesamte Bürokratie.

Darf der Versicherungsmakler mit dieser Vollmacht einfach so Versicherungen abschließen?

Es kommt drauf an!

Können tut er das in der Regel, aber ob er das auch darf, regelt das Vertragsverhältnis „Maklerauftrag“ zwischen dem Kunden und dem Versicherungsmakler und die vorherige Absprache!

Im Bereich der Sachversicherung ist es ohne weiteres möglich mit einer Vollmacht und die vorherige Absprache mir dem Mandanten, Verträge abzuschließen oder zu kündigen. Bei anderen Verträgen, wie Krankenversicherungen, Berufsunfähigkeitsabsicherung und Lebensversicherungen geht das nicht so einfach, denn der Mandant muss i.d.R. seine gesundheitlichen Angaben machen und die Versicherer ohne Unterschrift des Mandaten keine Anträge annehmen werden.

Das ist aber auch gut so, denn Angaben zum Gesundheitszustand MÜSSEN stimmen und vom Kunden auch so im Antrag schriftlich bestätigt werden.

Fazit?

Eine Vollmacht und ein Maklervertrag berechtigen den Versicherungsmakler nicht automatisch, alles (ohne Absprache mit dem Kunden) zu machen was er möchte. Es erleichtert die Arbeit und die schnelle Kommunikation, denn es reicht dem Versicherungsmakler seinen Wunsch schriftlich mitzuteilen.

Datenschutzeinwilligungserklärung, Schweigepflichtentbindung?

Das ist einfach. Ohne das ist jegliche Kommunikation nicht möglich und nicht DSGVO konform!

Vergütung

Der Versicherungsmakler bekommt für den Abschluss und Betreuung von Versicherungen von dem Versicherer eine (Provision) Courtage. Dies ist Bestandteil der vom Kunden zu zahlende Versicherungsbeitrags. Für die Abschlusscourtage die ich als Versicherungsmakler erst nach erfolgreichem Abschluss bekommt, haftet der Makler hierfür bis zu 10 Jahren!

D.h. sollte der Vertrag dann aus irgendwelchen Gründen, gekündigt oder nicht mehr bezahlt werden, dann muss der Versicherungsmakler ganz oder anteilig, die für seine bereits erledigte Arbeit, die Provision (Courtage) an den Versicherer zurück zahlen! In diesem Fall, kann der Versicherungsmakler diese zurück zu zahlende Provision vom Mandanten zurück fordern.

Für Fremdleistungen, also Dienstleistungen für die er keine Courtage bekommt und auch nicht in Zusammenhang mit (Courtagepflichtige) Versicherungsvermittlung stehen, darf und wird der Makler (ist ja seine Arbeitszeit) separat berechnen. Dafür erhalten Sie hierfür ein separate Rechnung.

Hierzu gehören z.B. Versicherungsordner bei sich verwalten, Bereitstellung von digitale Versicherungsordner, Smartphone APP, Fremdvertragsprüfung und Betreuung ohne Courtageanspruch, usw.

Haftung

Der Versicherungsmakler haftet sofern es sein Verschulden ist, für alles was er tut und ggf. für das was er nicht tut bzw. weiterleitet.

Also glauben Sie nicht, dass ein seriöser Versicherungsmakler Ihnen irgendetwas vermittelt, was Ihn wieder auf die Füße fallen könnte. Nicht nur dass er ggf. bei einer Vertragsstornierung seine Provision zurückzahlen muss, sondern wenn er wirklich Mist bauen sollte, könnte er seine Zulassung bei der IHK verlieren und wäre sofort arbeitslos.

Geiz ist Geil sollte nicht sein Motto sein, es sei denn es ist der ausdrückliche Wunsch des Mandanten.

Fazit

Ein Maklerauftrag ist für somit für beide Parteien extrem wichtig und es stehen vor der Geschäftsbeziehung die Spielregeln für beide „Versicherungsmakler / Mandant“ klar fest.